Habilitationen

 
Veränderung der Muskelgesundheit im Alter - Dr. med. univ. Gregor Freystätter

Mein Forschungsinteresse gilt der Muskulatur im Alter. Die Skelettmuskulatur und die Muskelkraft sind zentrale Faktoren, um die körperliche Leistungsfähigkeit und Mobilität zu gewährleisten.

Zwischen dem 20igsten und 80igsten Lebensjahr verlieren wir 40% unserer Muskelmasse. Ab dem 25. Lebensjahr beginnt dieser Abbau mit zirka einem halben Prozent pro Jahr, ab dem 50. Lebens-jahr reduziert sich die Muskelmasse 1-2% pro Jahr. Darüber hinaus nimmt die Muskelkraft ab dem 70. Lebensjahr sogar 3% pro Jahr ab. Mit dem Verlust der Muskelmasse und der Muskelkraft erhöht sich das Sturz- und Frakturrisiko, und die Morbidität und Mortalität steigen.

Ziel meiner Forschung ist es, die Ursachen einer verminderten Muskelmasse (Sarkopenie) zu erforschen und Ansätze zu finden, den Verlust der Muskelmasse und der Muskelkraft abzuschwächen, um die Unabhängigkeit im Alter möglichst lange zu erhalten.

An der Klinik für Geriatrie am UniversitätsSpital Zürich verfolgen wir 3 Therapie-Ansätze um die Muskelgesundheit im Alter zu fördern und zu erhalten:

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Neue Erkenntnisse bezüglich den 3 Massnahmen sowie der Einfluss von Testosteron  (T&D-Studie) werden in laufenden Studien am Zentrum Alter und Mobilität gesammelt (DO-HEALTH, HyD-O, T&DMOVE for your MIND).

Bei folgenden Studien besteht noch eine Teilnahmemöglichkeit:

  • Testosteron und Vitamin D (T&D; Flyer): Neu werden auch jüngere Männer ab 65 Jahren eingeschlossen!
  • Osteopenie-Studie (HyD-O; Flyer


Dr. med. univ. Gregor Freystätter
Oberarzt, Leiter Ambulante Altersmedizin, Leiter Test- und Diagnosezentrum, Klinik für Geriatrie, UniversitätsSpital Zürich 

Forschungsleitung Sarkopenie-Schwerpunkt: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH
 
Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".
Fragility Fracture Prevention - Dr. med. Andreas Egli

Durch Osteoporose bedingte Frakturen sind häufig…
Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann im Alter von 50 Jahren erleiden bis an ihr Lebensende einen durch Osteoporose bedingten Knochenbruch. Mit der demographischen Zunahme der Senioren wird demzufolge auch die Anzahl der Knochenbrüche in den kommenden Jahren stark zunehmen.
90% der Frakturen bei Senioren sind die Folge eines Sturzes und Stürze im Alter sind häufig. Kommt hinzu, dass jeder Sturz das Risiko, einen weiteren Sturz zu erleiden, erhöht. Zur Verhinderung von Frakturen sind also nicht nur gesunde Knochen, sondern auch ein gesunder Muskel von Nöten.

… und haben schwerwiegende Folgen.
Der Heilungsprozess nach Frakturen ist bei Senioren nicht selten langwierig. Oft bleibt eine verminderte Mobilität zurück, was wiederum zu einem Verlust an Selbständigkeit und sozialer Isolation führt. Nach einer Schenkelhalsfraktur können zudem nur ⅔ der Patienten wieder nach Hause zurückkehren. Durch osteoporosebedingte Frakturen entstehen Kosten von ca. 1 Milliarde Schweizer Franken pro Jahr.

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Fragility Fractures Prevention“ möchten wir deshalb versuchen folgende Fragen zu beantworten:

  • Vitamin D und ein Bewegungsprogramm können Rehospitalisationen und Stürze nach einer Hüftfraktur vermindern. Können diese beiden Strategien auch einen Beitrag zur Kostenreduktion leisten?
  • Eine kräftige, aktive Muskulatur ist ein starker Stimulus für Knochenwachstum. Menschen mit einer grösseren Muskelmasse müssten also auch eine höhere Knochendichte haben. Das möchten wir in DO-HEALTH prüfen.
  • Stürze sind eine bekannte häufige Ursache von Frakturen. Genügend Vitamin D reduziert Stürze und Frakturen; körperliches Training reduziert ebenfalls Stürze und erhöht die Knochendichte. In DO-HEALTH prüfen wir die Wirksamkeit von Vitamin D und Körpertraining auf Stürze und Frakturen.
  • Das FRAX-Tool schätzt das 10-Jahres-Risiko, eine „major osteoporotic fracture“ (Wirbelkörper, Ober-, Unterarm, Schenkelhals) zu erleiden. Anhand von DO-HEALTH wollen wir prüfen, ob es unabhängige Faktoren gibt, welche das Risiko für eine Schenkelhals- respektive eine Oberarmfraktur voneinander unabhängig voraussagen können.

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Dr. med. Andreas Egli
Leitender Studienarzt und Co-Leiter Zentrum Alter und Mobilität

Forschungsleitung Fragility-Fracture-Prevention-Schwerpunkt: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".
Vorbeugung und Behandlung von Gebrechlichkeit (Frailty) - Dr. med. Michael Gagesch

Mein Forschungsinteresse gilt der Vorbeugung und Behandlung von Gebrechlichkeit (Frailty). Im Zentrum meiner Forschungstätigkeit an der Klinik für Geriatrie und am Zentrum Alter und Mobilität steht die Erweiterung des medizinischen Wissens über die Ursachen und genaue Charakterisierung von Frailty. Diese Kenntnisse bilden die Grundlage, um vorbeugende Massnahmen für die Betreuung  unserer Patienten zu etablieren.

Ein zentrales Forschungsprojekt ist die DO-HEALTH-Studie. DO-HEALTH ist die bisher grösste  klinische Studie Europas, die Effekte von Vitamin D, Omega 3-Fettsäuren und körperlichem Training auf die Entwicklung von Sarkopenie, Frailty, Mobilität und Stürze untersucht. DO-HEALTH wird an 7 Zentren in 5 Ländern mit insgesamt 2‘158 freiwilligen, zuhause lebenden Studienteilnehmern im Alter 70+ durchgeführt und an unserem Zentrum für Alter und Mobilität der Universität Zürich koordiniert.

Gesunde Lebenserwartung steigern
Mit der Pensionierung dürfen heute viele Menschen noch mit einer bis zu 30 Jahre umfassenden Lebenserwartung rechnen. Ein zentrales Ziel unserer Altersforschung ist daher die Maximierung der gesunden Lebenserwartung zu untersuchen und das Auftreten von Gebrechlichkeit (Frailty) zu verhindern. Es ist bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Widerstandsfähigkeit und die körperlichen Reserven abnehmen, doch chronologisches und biologisches Altern unterscheiden sich häufig recht deutlich und manchen Menschen gelingt es im höheren Lebensalter deutlich besser als anderen, gesund zu altern.

Alter und Gebrechlichkeit
Seit etwa 25 Jahren gibt es in der Medizin betagter Menschen den Begriff der altersassoziierten Gebrechlichkeit (engl. Frailty) als Gegenpol zu einem gesunden und erfolgreichen Alterungsprozess (engl. Successful and Healthy Aging). Frailty hat dabei sehr wahrscheinlich mehrere Ursachen auf verschiedenen pathophysiologischen Ebenen und führt letztlich über eine erhöhte Verletzlichkeit, Schwäche, Instabilität und Limitationen des Organismus' erwiesenermassen zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit, Alltagsproblemen, Behinderungen und erhöhter Sterblichkeit der Betroffenen im Vergleich mit robusten älteren Meschen.

Besondere Schwerpunkte meiner Forschung bilden

  1. Darstellung der Prävalenz (Häufigkeit) von Frailty in der Schweiz und Europa in DO-HEALTH, u.a. im Vergleich der einzelnen Studienzentren in den 5 europäischen Ländern und anhand von verschiedenen diagnostischen Fragebögen zur Erfassung von Frailty
  2. Charakterisierung von Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Frailty (sog. „Pre-Frailty“) und deren Häufigkeit
  3. Die Erforschung von Risiko- und Einflussfaktoren auf die Entstehung von Frailty
  4. Die Untersuchung des Einflusses der Interventionen von DO-HEALTH (Vitamin D-Gabe, Omega 3-Fettsäuren-Gabe, Trainingsprogramm) einzeln und in verschiedenen Kombinationen auf die mögliche Prävention und Entwicklung von Frailty
  5. Die Entwicklung und Erprobung potentieller zukünftiger klinischer Instrumente für eine möglichst frühe und genaue Erkennung eines erhöhten Risikos für die Entwicklung von altersassoziierter Gebrechlichkeit
  6. Die Nutzung von Daten aus Klinikinformationssystemen („big data“-Ansatz) zur Erforschung moderner Ansätze zur Früherkennung, Prognostizierung  und gesundheitsökonomischen Stratifizierung von Frailty

Dr. med. Michael Gagesch
Oberarzt Stationäre Geriatrie und Frührehabilitation, Leiter Frailty-Sprechstunde, Klinik für Geriatrie, UniversitätsSpital Zürich 
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Forschungsleitung Frailty-Schwerpunkt: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".

InflammAging - Dr. med. Patricia Chocano-Bedoya, PhD

Der Alterungsprozess ist mit einem zunehmend chronischen Entzündungszustand („InflammAging“) verbunden, welcher zu oxidativem Stress, einer Reduktion des Gesundheitszustandes und kognitiver Fähigkeiten führt. Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge liefert uns die Evidenz für einfache, aber effektive Veränderungen des Lebensstils mit präventiver Wirkung.

Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor um gesund älter zu werden (Healthy Aging) – möglicherweise aufgrund des Zusammenhangs mit Entzündungen und oxidativem Stress. Als Ärztin mit einem PhD in Ernährung und einer Ausbildung in gerontopsychiatrischen Forschungsmethoden interessiere ich mich besonders für die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Entzündungen und Healthy Aging und will diese in DO-HEALTH untersuchen. DO-HEALTH ist die grösste Altersstudie Europas.

Mich interessiert, wie eine gesunde Ernährung die Entzündungsreaktion vermindern und damit den Alterungsprozess verlangsamen kann. Es gibt immer mehr Evidenz, dass gewisse Nährstoffe, wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D oder Molkeproteine mit einer Verminderung der Entzündungsreaktion assoziiert sind. Welche Bedeutung diese Nährstoffe als Bestandteil eines „normalen“ Ernährungsmusters haben, ist noch wenig untersucht worden. Weiter interessiert mich die Bedeutung von Entzündungen auf die Abnahme der funktionellen und kognitiven Fähigkeiten bei älteren Menschen.

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Dr. med. Patricia Chocano, PhD
Epidemiologin, Zentrum Alter und Mobilität

Forschungsleitung InflammAging-Schwerpunkt: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".

Safe use of medications in older adults - Dr. Caroline Godoi Molino, PhD

The number of chronic conditions increases with aging, and so does the use of several medications. Medications can have a negative effect on patients with multimorbidity because they can interact with diseases, which is also known as therapeutic competition.

The understanding of the medication use among older adults is fundamental to develop and implement public health policies to reduce the use of unnecessary medications, increase the safe use of medication, and minimize health care costs related to adverse events.

In this context, my main interest is first to study the prevalence, and characteristics associated with therapeutic competition such as age, sex, and chronic diseases. Secondaly, I want to investigate the impact of therapeutic competition on older adults health such as cognitive function and frailty status.

To achieve these goals, I will take advantage of our studies (DO-HEALTH, OA-Trial, POPS-Trauma). 

With this study I want to provide relevant information to promote the safe use of medications in older adults with multimorbidity.

Dr. Caroline de Godoi, PhD

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Head of Research: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".
Effekt von Vitamin D auf die Knochenmikrostruktur - Dr. Ursina Meyer, PhD

Für den optimalen Knochen- und Kalziumstoffwechsel ist ein ausreichender Vitamin D-Spiegel von zentraler Bedeutung. Verschiedene klinische Studien konnten zeigen, dass eine Vitamin D-Supplementierung das Knochenbruchrisiko verringern kann. Noch ist jedoch unklar, ob eine Vitamin D-Supplementierung eine knochenaufbauende Wirkung hat. 

Die jüngste Technologie zur Erfassung der Knochenstruktur am Menschen ist die hochauflösende periphere quantitative Computertomographie (HR-pqCT). Mit dieser Methode wird es möglich, die Struktur der Knochenbälkchen und der Knochenrinde nicht-invasiv zu analysieren. Durch die Kombination dieser Mikroarchitektur mit den materiellen Eigenschaften von Knochen, kann zudem die Knochenstärke berechnet werden. Somit hat HR-pqCT das Potential, neue Einblicke in die Wirkweise von Vitamin D auf die Knochenqualität zu ermöglichen und folglich wertvolle Hinweise, wie Vitamin D die Knochengesundheit unterstützen kann, zu liefern.

In drei unserer klinischen Studien (Zürcher Knie Arthrose Studie, HyD-O und T&D) wird diese neue Messmethode bereits eingesetzt.
Mit meinem Projekt werde ich zwei aktuelle klinische Herausforderungen angehen: Erstens möchte ich prüfen, ob eine Vitamin D-Supplementierung eine mögliche Therapie zu Verbesserung der Knochenarchitektur und der Knochenstärke darstellen könnte. Und zweitens möchte ich einen Beitrag leisten, um diese Messmethode zur Abschätzung des Osteoporoserisikos und zur Überprüfung der Osteoporosetherapie weiter voranzubringen.

Dr. Ursina Meyer, Postdoc                                  

 

Forschungsleitung Knochenmikrostruktur: Prof. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari, DrPH

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia".
 

 


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