Demenzprävention

​Wandel in der Demenz-Forschung mit Fokus auf Prävention

In der aktuellen Demenzforschung ist ein Konzeptwechsel zu frühzeitigen präventiven Behandlungsstrategien zu beobachten. Eine vorgeschlagene Zielgruppe sind Menschen, die eine Einschränkung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit bemerken, ohne dass diese Einschränkungen in standardisieren Untersuchungen nachweisbar sind ("subjektive kognitive Einschränkungen" = SCD). In grossen Kohorten-Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen mit SCD minimale oder fehlende strukturelle Veränderungen im Gehirn haben, jedoch trotzdem ein erhöhtes Risiko haben, zukünftig an einer Demenz zu erkranken. Daher wird SCD als "Window of Opportunity" angesehen um präventive Massnahmen zur Demenzprävention einzuleiten.

Window of Opportunity für Demenzprävention

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SCD: Subjective Cognitive Decline; MCI: Minimal cognitive Impairement

Welche Präventive Massnahmen sind bereits bekannt?

  • MIND-Diet: Halbiert in das Risiko für Alzheimer-Demenz im Memory and Aging Project (für mehr Informationen: Morris et al. 2015)
    • baut auf die Mediterrane Diät auf
    • plus Beeren, Nüsse, Bohnen, Kohl
    • wenig rotes Fleisch und Käse
    • möglichst wenig Frittiertes und Süsses
  • Bewegung und Behandlung vaskulärer Risikofaktoren (Gopalkumar Rakesh et al. 2017; Strategies for dementia prevention: latest evidence and implications)

 

Studien Demenzprävention am Zentrum Alter und Mobilität

  • DO-HEALTH: Grösste Altersstudie Europas, die drei präventive Massnahmen (Omega-3-Fette, Vitamin D, Trainingsprogramm) zur Erhaltung bzw. Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei 2157 gesunden Menschen im Alter 70+ untersucht. Die Gedächtnisfunktion ist ein primärer Endpunkt der 3-Jahres-Studie DO-HEALTH. Als wichtiges Zusatzziel von DO-HEALTH sollen Referenzwerte für die Gedächstnisfunktion von Menschen im Alter 70+ nach Land (Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Portugal), Geschlecht, Alter und Bildungsstand etabliert werden. Mehr Information zu DO-HEALTH: Projektwebseite, Forschungsschwerpunkt.
  • MOVE for your MIND: Mit MOVE for your MIND untersuchen wir, inwieweit sich zwei unterschiedliche Trainingsprogramme – ein einfaches Krafttrainingsprogramm für zu Hause und ein Gruppen-Rhythmikprogramm – auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Menschen mit subjektiven kognitiven Einschränkungen auswirken. Die Studie rekrutiert aktuell (Flyer). Gesucht werden 195 Männer und Frauen im Alter von 70 Jahren oder älter, welche die Kriterien für subjektive kognitive Beeinträchtigungen erfüllen.

 

Publikationen

  1. Müller FS, Meyer OW, Chocano-Bedoya P, Schietzel S, Gagesch M, Freystaetter G, Neuhaus V, Simmen HP, Langhans W, Bischoff-Ferrari HA. Impaired nutritional status in geriatric trauma patients. Eur J Clin Nutr. 2017;71(5):602-606.
  2. Gschwind YJ, Bischoff-Ferrari HA, Bridenbaugh SA, Härdi I, Kressig RW. Association between serum vitamin D status and functional mobility in memory clinic patients aged 65 years and older. Gerontology 2014;60(2):123-9.
  3. Finsterwald M, Sidelnikov E, Orav EJ, Dawson-Hughes B, Theiler R, Egli A, Platz A, Simmen HP, Meier C, Grob D, Beck S, Stähelin HB, Bischoff-Ferrari HA. Gender-specific hip fracture risk in community-dwelling and institutionalized seniors age 65 years and older. Osteoporos Int. 2014;25(1):167-76
  4. Schaller F, Sidelnikov E, Theiler R, Egli A, Staehelin HB, Dick W, Dawson-Hughes B, Grob D, Platz A, Can U, Bischoff-Ferrari HA. Mild to moderate cognitive impairment is a major risk factor for mortality and nursing home admission in the first year after hip fracture. Bone. 2012;51(3):347-52.