Doktorarbeiten

Zusammenhang zwischen Vitamin D und Körperzusammensetzung - Svea-Vivica Mathieu

Das mit zunehmendem Alter gleichzeitige Auftreten von zunehmender Fettmasse und abnehmender Muskelmasse bzw. Muskelkraft (Sarkopenie) begünstigt die Entwicklung von Gebrechlichkeit bei hochbetagten Menschen. Ausreichend physische Aktivität ist eine belegte Massnahme um gegen diese ungünstigen Veränderungen der Körperzusammensetzung mit zunehmendem Alter genügend früh vorzubeugen. Es fehlen jedoch Forschungsergebnisse zu einfachen und effizienten Ernährungsmassnahmen.

Vitamin D könnte eine solches Profil aufweisen, weil Vitamin D belegtermassen die Muskelgesundheit fördert und der Vitamin D-Mangel bei älteren Menschen weiterhin weit verbreitet ist. Dazu gibt es Hinweise in der Literatur, dass Vitamin D eine entzündungshemmende Wirkung hat und möglichweise die Entwicklung eines Altersdiabetes hemmt. Beide möglichen Wirkungsmechanismen könnten die Körperzusammensetzung positiv beeinflussen.

In meiner Arbeit am Zentrum für Alter und Mobilität habe ich den Zusammenhang zwischen einer besseren Vitamin D-Versorgung und der Körperzusammensetzung bei 273 Seniorinnen und Senioren im Alter von 60 Jahren und älter untersucht. Hierzu analysierte ich Eintritts-Untersuchungsdaten des „Zurich Multiple Endpoint Vitamin D Trial in Knee Osteoarthritis Patients“, einer randomisierten, doppelblind-kontrollierten, klinischen Studie.

Mit meiner Dissertation möchte ich zur Klärung der Frage beitragen, ob und in wieweit eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr zur Erhaltung einer gesunden Körperzusammensetzung bei älteren Menschen beitragen kann.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Association between 25-Hydroxyvitamin D Status and Components of Body Composition and Glucose Metabolism in Older Men and Women".

Svea-Vivica Mathieu

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Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia"

Einfluss psycho-sozialer Faktoren auf die Erholung von Hüftfraktur-Patienten - Marlis Nardi

Diverse klinische Studien haben Faktoren identifiziert, welche mit einer besseren funktionellen Erholung nach einer Hüftfraktur assoziiert sind.
Wenig Aufmerksamkeit wurde allerdings auf den Einfluss psycho-sozialer Faktoren gerichtet.

Interessante Feld-Studien in Amerika in den 70er Jahren konnten nachweisen, dass Selbst-Bestimmung und Verantwortung einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand von Senioren hat.

In meiner Dissertation habe ich die funktionelle Erholung innerhalb von 12 Monaten nach Hüftfraktur bei Patienten, welche zu Hause einen Angehörigen pflegen, Haustiere oder Pflanzen halten, analysiert.

Ziel meiner Arbeit war es, die Relevanz psycho-sozialer Faktoren wie Autonomie, Selbstbestimmung oder Verantwortung, in der post-operativen Erholung hervorzuheben.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Association between Caregiver Role and Short- and Long-Term Functional Recovery after Hip Fracture: A Prospective Study.".

Marlis Nardi

Verbesserung der Lebensqualität nach Hüftbruch - Klavs Renerts

Eine höhere Lebenserwartung ohne Lebensqualität ist kein Gewinn, so lautet eine Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deshalb wollen wir mit unserer Forschung einen Beitrag leisten, um evidenzbasierte Massnahmen zu finden, mit denen die gesunde Lebenserwartung mit Erhalt der Lebensqualität verlängert werden kann.

Ein Sturz und wiederkehrende Stürze reduzieren die Lebensqualität. Körperliche Aktivität hingegen erhöht oder erhält die Lebensqualität, zudem lassen sich durch körperliche Aktivität das Sturzrisiko und die Sturzhäufigkeit verringern. Auch eine Vitamin D-Supplementation konnte bei Erwachsenen mittleren Alters das Wohlbefinden verbessern.

Ein Hüftbruch ist der schwerwiegendste und häufigste Knochenbruch bei Menschen im Alter 75 und älter und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus. Möglicherweise können ein gut instruiertes Trainings-Programm für zu Hause und Vitamin D dazu beitragen, die Lebensqualität älterer Menschen nach einem Hüftbruch wieder zurückzugewinnen. Ich habe diese Strategien in meiner Forschungsarbeit am Zentrum Alter und Mobilität untersucht.

Konkret habe ich mit meiner Arbeit untersucht, wie sich die Lebensqualität von Hüftbruchpatienten im ersten Jahr nach der Fraktur verändert, und welche Faktoren einen Einfluss nehmen. Zusätzlich habe ich geprüft, ob und in welchem Ausmass ein einfaches Trainingsprogramm für zu Hause und eine Vitamin D-Supplementation mit 800 oder 2000 IU pro Tag die Lebensqualität 6 und 12 Monaten nach einem erlittenen Hüftbruch beeinflussen.

Die verwendeten Daten stammen aus der vom Schweizerischen Nationalfond finanzierten NFP-53-Studie „Early Rehabilitation after Hip Fracture“. Die Originalpublikation ist hier verfügbar.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Effects of a simple home exercise program and vitamin D supplementation on health-related quality of life after a hip fracture: a randomised controlled trial".

Klavs Renerts
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Die Forschungsarbeit fand am Zentrum Alter und Mobilität im Rahmen des „Advanced Geriatric Curriculum“ statt. Der direkte Bezug zur Klinik wird durch die Einbettung der Forschungsarbeit am Zentrum für Alterstraumatologie des UniversitätsSpitals Zürich gefördert.  Die wissenschaftliche Stelle von Klavs Renerts wird im Rahmen des Forschungsschwerpunkts “Quality of Life in Chronic Disease” (Leitung Prof. Dr. med. H.A. Bischoff-Ferrari, DrPH) des UFSP Dynamik Gesunden Alterns finanziell unterstützt.

Weniger Schmerzen durch Vitamin D? - Mathias Schlögl

Die proximale Myopathie gilt als klassisches klinisches Zeichen einer schweren Vitamin-D-Unterversorgung, kann mit Muskelschmerzen einhergehen und ist unter Vitamin-D-Therapie innert Wochen reversibel. Eine direkte Wirkung von Vitamin D auf die Muskulatur wird u.a. durch die Präsenz eines hochspezifischen Vitamin-D-Rezeptors in der humanen Muskulatur erklärt.

Für meine Dissertation untersuchte ich Daten des "Zurich Disability Prevention Trial" an dem 200 Senioren und Seniorinnen im Alter 70+ mit einem Sturzereignis im Jahr vor dem Einschluss teilnahmen. Ziel meiner Arbeit war es zu untersuchen, in wieweit sich chronische Schmerzen unter zwei hochdosierten, monatlich verabreichten Vitamin D Supplementierungen (60'000 IE Vitamin D oder 24'000 IE Vitamin D + 300μg Calcifediol) gegenüber der Standard Supplementierung (24'000 IE pro Monat) verändern.

Ich möchte mit meiner Dissertation zum besseren Verständnis beitragen, welchen Einfluss unterschiedliche  Vitamin D Supplementierung auf chronische Schmerzen älterer Menschen haben.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Effect of Monthly Vitamin D on Chronic Pain Among Community-Dwelling Seniors: A Randomized, Double-Blind Controlled Trial."

Mathias Schlögl

Wie können Stürze zuverlässig erfasst werden? - Corina Teister

Angesichts ihrer Häufigkeit und den teils schwerwiegenden Folgen stellen Stürze ein erhebliches Gesundheitsrisiko für ältere Menschen dar.

Hat ein Sturz jedoch keine spürbaren Folgen (z.B. Verletzung), wird dieser häufig schnell wieder vergessen. Auch sogenannte Stolperstürze werden leider oft verharmlost. Heute weiss man jedoch, dass es sehr wichtig ist, jedes Sturzereignis zu erfassen. Denn bereits nach einem einzigen Sturz, ist das Risiko weitere Stürze zu erleiden signifikant erhöht.

Sowohl die Sturzprävention als auch das frühzeitige Erfassung des Sturzrisikos sind deshalb wichtige Forschungsschwerpunkte in der Geriatrie.

Die Methode zur Erfassung der Sturzereignisse unterscheidet sich stark zwischen den verschiedenen Studien. Häufig verwendete Methoden sind zum Beispiel Telefonbefragung, Visiten, „Sturz-Hotline", Sturzkalender, Studientagebuch oder Postkarten. Zum Teil werden auch verschiedene Methoden in Kombination verwendet. Welche dieser Methoden Sturzereignisse am zuverlässigsten erfasst, ist bis heute nicht geklärt.

Die Erfassung von Stürzen basiert heute fast ausschliesslich auf den Aussagen der Teilnehmer. Es besteht die Gefahr, dass die Anzahl der Sturzereignisse unterschätzt wird. Nur wenn alle Sturzereignisse exakt erfasst werden können, sind valide Aussagen über das individuelle Sturzrisiko und die Wirksamkeit einer Massnahme möglich. Mein Ziel ist es deshalb, mit meiner Dissertation herauszufinden, welche Methode die Anzahl Sturzereignisse am zuverlässigsten erfasst. Die Grundlage für meine Analyse bilden zwei abgeschlossene, randomisierte klinische Studien, die hier am ZAM durchgeführt worden sind (ZDPT Studie und Zürcher Hüftfrakturstudie) und bei denen verschiedene Sturzerfassungsmethoden angewendet wurden. Für meine Dissertation werden alle Stürze systematisch erfasst und bezüglich ihrer Häufigkeit und dem Verletzungsmuster in Abhängigkeit der Erfassungmethode analysiert.

Mein Ziel war es, mit meiner Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssicherung zukünftiger  Forschungsarbeiten, in Bezug auf die Sturzerfassung, zu leisten.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Which Method of Fall Ascertainment Captures the Most Falls in Prefrail and Frail Seniors?".

Corina Teister

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia"

Funktionelle Erholung nach einer Hüftfraktur - Malgorzata Trombik

Diverse klinische Studien haben gezeigt, dass mit dem Alter die Muskel- und Knochenmasse abnimmt und sich der Gleichgewichtssinn verschlechtert. Diese Faktoren tragen massgeblich zu einem erhöhten Sturz- und somit zu einem höheren Fraktur-Risiko bei.

Hüftfrakturen sind häufig und haben schwerwiegende Folgen. Im ersten Jahr nach dem Hüftbruch haben 50% der Patienten bleibende funktionelle Einschränkungen, 10% brechen die 2te Hüfte, 30% verlieren Ihre Unabhängigkeit, und 15 bis 25% sterben. Durch die Einschränkung der Funktionalität und Mobilität  vermindern sich die Muskelmasse und die Knochendichte zusätzlich was zu einem hohen Sturzrisiko und Knochenbruchrisiko beiträgt.  

Höchste Priorität nach einer operativ behandelten Hüftfraktur hat deshalb die Rehabilitation und die Wiederherstellung der Muskelfunktion und der Mobilität. Diese ist für ein selbstständiges Leben im Alltag unentbehrlich.

Mit meiner Dissertation wollte ich herauszufinden, ob und zu welchem Zeitpunkt in den ersten 12 Monaten nach dem Hüftbruch die Patienten wieder denselben motorischen Zustand wie vor dem Bruchereignis erreichen. Das heisst, dass sie ihre Alltagsaktivitäten wieder gleich gut ausführen können. Ausserdem wollte ich untersuchen, welche Untersuchungsmethode am geeignetsten sind, um die funktionellen Fähigkeiten zu erfassen.

Die Erholung der funktionellen Fähigkeiten nach einer Hüftfraktur hat eine lebenserhaltende Bedeutung und bedingt eine gute Zusammenarbeit zwischen den Patienten und dem medizinischen Personal. Mit meiner Arbeit habe ich einen Beitrag geleistet um die funktionelle Rehabilitation nach einer Hüftfraktur zu verbessern.

Die Arbeit wurde publiziert unter dem Titel "Timeline of functional recovery after hip fracture in seniors aged 65 and older: a prospective observational analysis".

Malgorzata Trombik

Unterstützt von der Baugarten Stiftung: "Centre Grant for Aging Research in the Extension of Healthy Life Expectancy and the Prevention of Sarcopenia"

 


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